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Blick hinter die Kulissen: Was tun, wenn die Sucht übernimmt?

20261106 142856 4Am 5. November 2026 tauschte die Klasse MFA24 des SBZ Nordhausen das gewohnte Klassenzimmer gegen direkte Einblicke in die Praxis. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Frömmel und Frau Borwaldt besuchten sie das Suchthilfezentrum der Diakonie in Nordhausen. Unter der fachkundigen Leitung von Frau Hebestreit erhielt die Klasse einen Überblick darüber, wie moderne Suchthilfe funktioniert, welche Herausforderungen Betroffene meistern müssen und wie die Präventionsarbeit vor Ort gestaltet wird.

Der Tag startete mit einer offenen Vorstellungsrunde und bewegenden, anonymisierten Lebensläufen von Klientinnen und Klienten. Frau Hebestreit stellte das organisatorische und finanzielle Fundament der Einrichtung vor. Das Suchthilfezentrum bietet ein breites Netz an Unterstützung – von der vertraulichen Erstberatung über das Ambulant Betreute Wohnen und drogenfreie Clean-WGs bis hin zur Vorbereitung medizinischer Entwöhnungsbehandlungen.20261106 142856 2

Um zu verstehen, warum das Aufhören so schwerfällt, tauchte die Klasse tiefer in die Neurobiologie ein. Ein anschauliches Video verdeutlichte, wie Suchtmittel das Belohnungssystem im Gehirn verändern. Mittels einer anonymen Mentimeter-Abfrage reflektierten die Auszubildenden ihr eigenes Konsumverhalten und diskutierten Beweggründe wie Stressabbau oder den Wunsch nach Entspannung. Diesen persönlichen Eindrücken wurden die aktuellen Erhebungsdaten des Landkreises für das Jahr 2025 gegenübergestellt. Als vorherrschende Hauptsubstanzen traten Alkohol, Cannabis sowie synthetische Stimulanzien hervor. Um die Entstehungsbedingungen von Abhängigkeiten besser zu verstehen, bearbeitete die Klasse am Modell des Suchtdreiecks unterschiedliche Fallbeispiele. Daran wurde deutlich, dass eine exakte Diagnosestellung in der Praxis außerordentlich komplex ist und einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen erfordert.

Der Fachtag brachte wichtige Impulse für die künftige Arbeit als Medizinische Fachangestellte. Das neu gewonnene Wissen hilft den künftigen MFA, suchtmittelabhängigen Patientinnen und Patienten im medizinischen Alltag mit noch mehr Empathie, Verständnis und Fachkompetenz zu begegnen.

Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Hebestreit für ihre engagierte, lehrreiche und offene Gestaltung dieses beeindruckenden Exkursionstages!

Anika Frömmel

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